Vom verlorenen Schaf

16.08.2026

In seinem Gottesdienst für die Gemeinden Steffisburg und Heimenschwand diente Bezirksapostel Thomas Deubel mit dem Gleichnis des verlorenen Schafs. Im Festgottesdienst wurde ein Kind versiegelt, zwei Amtsträger wurden in den Ruhestand versetzt und für beide Gemeinden neue Vorsteher beauftragt.

Jesus wurde kritisiert, weil er sich mit Zöllnern und Sündern abgab. Das gehörte sich nicht zur damaligen Zeit. Jesus ging nicht auf die Kritik ein, sondern antwortete darauf mit den drei bekannten Gleichnissen:

  • Vom verlorenen Schaf
  • Vom verlorenen Groschen
  • Vom verlorenen Sohn

Das Bibelwort aus Lukas 15,4-6 diente als Grundlage für das Dienen des Bezirksapostels: "Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eines von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet? Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.".

Sogar die Schriftgelehrten mussten wohl einsehen, dass es logisch war, sich mit dem Hirten über das wiedergefundene Schaf zu freuen.

Aber betrifft uns das überhaupt? Wir sind doch kein "verlorenes Schaf". Wir sind ja da! Der Bezirksapostel mahnte zur Vorsicht. Es gibt Situationen, in denen wir schneller als uns lieb ist zum verlorenen Schaf werden können:

  • Gleichgültigkeit: Wir messen etwas anderem höhere Priorität ein. Das kann auch ganz schleichend passieren.
  • Enttäuschung: Wir sind verletzt und gehen eigene Wege, entfernen uns aus der Gemeinschaft und denken, wir können das mit Gott allein regeln.
  • Nachfolge gelingt nicht mehr so recht. Es fällt uns schwer zu vergeben, das Kreuz auf uns zu nehmen.

In all diesen Situationen gibt uns Jesus nie auf! Er ist der gute Hirte, der uns zurückbringen will. Entscheidend ist dabei, ob wir uns finden und zurücktragen lassen wollen. Wir dürfen sicher sein: Er wird uns nie kritisieren oder Vorwürfe machen. Er wird hinhören, was passiert ist und freut sich darüber, wenn wir Busse tun, uns ändern wollen. Lasst es uns als Gemeinde auch so tun. Machen wir es einem "verlorenen Schaf" einfach, in die Gemeinschaft zurückzukehren!

Ein wichtiges Detail: Jesus liebt das 100. Schaf nicht mehr als die 99. Er ist einfach nicht 100% zufrieden, wenn eines fehlt.

In der Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl wies Bezirksapostel Deubel auf einen weiteren Aspekt der Busse hin: Busse heisst auch, sich fragen, was ich noch tun kann. Wie kann ich "dranbleiben"?

Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein Kind – in diesem Gottesdienst war es Dario – das Sakrament der Heiligen Versiegelung empfängt. Wenn wir glauben können, dass nebst dem sichtbaren Teil – dem Auflegen der Hände des Apostels – etwas entsteht, das über das Sichtbare hinausgeht, dann ist das wunderschön: Eine Beziehung zu Gott, die immer wieder das Bedürfnis weckt, an den Ort zu kommen, wo Gott wirkt, kann entstehen.

Mit dem Lied "Der Heiland sorgt für dich… er lässt dich niemals allein" leitete der Chor die Ruhesetzung von Diakon Bärtschi und Bezirksevangelist Erich Gafner ein. Der Bezirksapostel dankte den Brüdern für das jahrzehntelange treue Dienen und ihren Gattinnen für die Unterstützung und das Mittragen. Die unzähligen Besuche des Diakons gaben vielen Geschwistern genau dieses Gefühl, das das Lied zum Ausdruck bringt: Niemals allein zu sein.
Der Bezirksevangelist wirkte insgesamt 16 Jahre als Gemeindevorsteher, davon die letzten sechs Jahre in Steffisburg. Oft ergänzten sich seine berufliche Tätigkeit im Spital und seine Aufgabe als Seelsorger in wunderbarer Weise. Beiden gebührt ein Riesendank für ihr Wirken!

Neuer Gemeindevorsteher für die Gemeinde Steffisburg wurde der bisherige Vorsteher der Gemeinde Heimenschwand, Priester Berger. Priester Kunz wurde Gemeindevorsteher für die Gemeinde Heimenschwand. Bei der Beauftragung legte der Bezirksapostel den beiden ins Herz, nicht darauf zu schauen, was fehlt, sondern zu sehen, was da ist. Genau so geschah das Wunder bei der Speisung der 5'000: Jesus dankte Gott für das, was da war, brach das Brot und es konnte verteilt werden.

Beiden Gemeinden wünschte Bezirksapostel Deubel zum Abschied eine segensvolle Entwicklung und dankt für die Unterstützung der neu beauftragten Gemeindevorsteher.


Fotos: Isabelle Landmesser
Bericht: Thomas Kunz
Bearbeitung: Thomas Deubel / Isabelle Landmesser