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Der Stammapostel äussert sich zu aktuellen Themen

21.03.2020

Ausgangssperre in Frankreich: Auch Stammapostel Jean-Luc Schneider ist ans Haus gebunden – und bleibt für Wochen ohne Heiliges Abendmahl. Doch er lässt den Mut nicht sinken: „Ich weiß, dass Gott seine Kinder gerade in schwierigen Situationen nicht alleine lässt.“

 
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„Ich nehme diese Krise sehr ernst“, sagt der Kirchenleiter im Interview, die das offizielle Bekanntmachungsorgan nak.org heute veröffentlicht hat. „Es wird leider noch viel mehr Opfer geben. Wir nehmen Anteil am Leid der Betroffenen und beten für sie!“

Aufgrund der behördlichen Beschränkungen musste er alle geplanten Reisen bis zum 10. April absagen. „Im Moment weiß niemand, wie sich die Situation in der Folgezeit entwickeln wird. Ich werde mich wie alle anderen Menschen in diese Situation hineinschicken.“


„Bleiben Sie zuhause und machen Sie das Beste aus dieser Situation“, empfiehlt der Stammapostel den Glaubensgeschwistern. Er dankt allen, die sich füreinander einsetzen und einander beistehen. „Es ist wirklich schon zu sehen, wie viele Menschen in solchen Situationen bereit sind, andern zu helfen.“


Erkennen, was wirklich wichtig ist
„Ich weiß, dass vielen Glaubensgeschwistern das Heilige Abendmahl bis zum Ende dieser Pandemie verwehrt bleiben wird“, betont der Kirchenleiter. „Ich teile ihr Leid.“ Es gebe aber keine Möglichkeit „die Feier in der Gemeinschaft der Gläubigen vollgültig zu ersetzen“, sagte er im Interview mit Kirchensprecher Peter Johanning.

Zwar wurden verschiedene Ansätze diskutiert – etwa die Zusendung vorab ausgesonderter Hostien oder ein stellvertretender Empfang durch Amtsträger wie im Gottesdienst für Entschlafene. Allerdings: „Wir müssen Christi Leib essen und sein Blut trinken, indem wir in würdiger Weise die Hostie empfangen, die von einem priesterlichen Amt ausgesondert und dargereicht wird“, verweist er auf den siebten Glaubensartikel.


„Wir wissen nicht, warum Gott eine solche Situation zulässt“, sagt der Stammapostel. „Aber ich bin gewiss, dass diese Zeit des geistlichen Mangels dazu beitragen wird, dass wir mehr denn je erkennen, wie wichtig der Gottesdienst, der Amtsträger und das Heilige Abendmahl für uns sind!“


Von Glaubensgeschwistern lernen
„Gerade in diesen Tagen können wir von unseren Glaubensgeschwistern lernen, die früher schon großes Leid erfahren haben“, erinnert er an indonesische Erdbebenopfer, die sich nicht schützen konnten, an afrikanische Flüchtlinge, die über Jahre eingesperrt sind, an kongolesische Kriegsopfer, die über Nacht alles verloren haben und an westafrikanische Christen, die umgebracht werden, wenn sie an Gottesdiensten teilnehmen.

Der Stammapostel will die Corona-Krise nicht kleinreden. „Ganz im Gegenteil“. Es gehe darum, von diesen Glaubensgeschwistern zu lernen: „Warum können sie trotz aller Anfechtung stark bleiben? Weil sie tief in Christus verwurzelt sind. Ihre Liebe zum Herrn, das ist ihr Geheimnis!“ Die Lehre, die er daraus zieht: „Jetzt geht es vor allem darum, unsere Beziehung zu Christus zu bewahren!“


Festhalten an Liebe und Vertrauen
„Wir wollen aber gerade in diesen Zeiten der Bedrängnis auf Gott vertrauen“, appelliert der Kirchenleiter. „Vertrauen wir Gott – er weiß immer, wie er denen, die ihn lieben, das geben kann, was für ihr Heil unverzichtbar ist!“

Und: „Lasst uns fest in der Liebe zu Gott bleiben. Denen, die ihn lieben, wird der Herr immer in besonderer Weise beistehen. Die Verheißung Gottes bleibt: denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge – sogar die Corona-Krise – zum Heil.“


„Nur Mut“, so Stammapostel Schneider, „es geht weiter.“


Foto/Bericht: nac.today 
Bearbeitung: Brigitte Landmesser