Herr, lehre uns beten!

02.09.2026

Im kindergerechten Gottesdienst in der Gemeinde Steffisburg drehte sich alles um den Vers "Herr, lehre uns beten!" aus dem Lukas-Evangelium. Der Priester und die Diakonin zeigten der Gemeinde auf verständliche Art, dass Beten gelernt sein will: Auch Jesus hat seine Jünger beten gelehrt.

Jesus lehrte seine Jünger beten. Vermutlich hatten sie viele Fragen, die ihnen Jesus geduldig beantwortete. Sie durften ihn alles fragen, haben viel beobachtet, nachgemacht und so gelernt. Das dürfen wir heute auch noch! Aber wie geht das? Jesus ist ja nicht mehr bei uns. Wir lernen beten, indem wir…

  • … abschauen, zum Beispiel bei den Eltern,
  • … einfach mal ausprobieren,
  • … vorher überlegen, was uns jetzt grad wichtig ist. Wir können für etwas danken, das uns besonders gefreut hat oder für etwas, was uns gut gelungen ist. Wir dürfen für Ruhe bitten, wenn uns etwas beschäftigt.

Gibt es Regeln, wie wir beten sollen? Die Diakonin fragte die Kinder und die ganze Gemeinde. Daumen hoch oder Daumen runter?

  • Gott hört mich nur, wenn ich ganz laut bete (Daumen runter)
  • Ich kann überall beten: Zu Hause, draussen, in der Schule (Daumen hoch)
  • Beim Beten muss ich die andern beeindrucken (Daumen runter)
  • Gott freut sich, wenn ich ehrlich bin beim Beten (Daumen hoch)
  • Wenn ich allein bin und still für mich bete, ist das okay (Daumen hoch)
  • Mein Gebet muss lang sein, damit Gott mich versteht (Daumen runter)
  • Gott weiss, was ich brauche, noch bevor ich es ausspreche (Daumen hoch)

Wahrscheinlich haben wir alle schon einmal vergessen zu beten. Alle Kinder können einen schön bemalten Stein auswählen, den sie als Erinnerung bei sich behalten dürfen. Wenn er beim Velofahren mal in der Hosentasche sticht, dann erinnert das sofort daran, dass wir immer beten können.

Zum Abschluss des Predigtteils zeigte der Priester ein weiteres Bild: Ein altes Telefon, mit dem wir "nach oben" telefonieren können. Da kann einiges schief gehen:

  • Das Kabel – und damit die Verbindung – fehlt
  • Es nimmt niemand ab – es kommt nur der Anrufbeantworter
  • Es ist besetzt
  • Mitten im Gespräch hängt das Gegenüber einfach auf

All das passiert beim Gespräch mit dem lieben Gott nicht: Die Verbindung ist immer da und Gott ist immer erreichbar. Er bleibt immer dran bis wir fertig sind – sogar, wenn wir vielleicht einmal "hässig" sind.

Und noch etwas: Beim Beten dürfen wir immer sein, wer wir sind, und müssen uns nicht verstellen. Sind wir uns aber auch bewusst, mit wem wir sprechen und versuchen wir uns entsprechend zu konzentrieren.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kinderchor umrahmt. Nach dem Schlusslied gab es verdienten Applaus der Gemeinde für die mit Begeisterung vorgetragenen Lieder.

Herzlichen Dank allen, die diesen schönen Gottesdienst möglich gemacht haben!

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die jährliche Zusammenkunft der Vorsonntagsschul- und Sonntagsschullehrkräfte statt. Spiel und Spass bei schönstem Sommerwetter durften auch nicht fehlen und wird bestimmt bei vielen in bester Erinnerung bleiben.


Text: Thomas Kunz
Fotos: Beat Messerli, zVg 
Bearbeitung: Isabelle Landmesser